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Wiederaufforstung

Der Landkreis San Francisco Libre hat ein halbtrockenes tropisches Klima. Der jährliche Niederschlag fällt zwischen Mai und Oktober. SFL hat sehr schwierigen Boden aus schwarzem Ton, der in der Regenzeit keine gute Bodendurchlässigkeit erlaubt und während der Trockenheit hart wird. Etwa die Hälfte der Bodenfläche wäre am Besten u.a. für die Forstwirtschaft geeignet.

 

Gegenwärtig gibt es aber aufgrund der massiven Abholzung nur wenige Bäume. In Projekten mit Frauengruppen wurden erste Versuche mit Gartenbau und Wiederaufforstung gemacht. Nachdem 1994 erste Erfahrungen aus Versuchsgärten in 2 Dörfern vorlagen, wurde das Projekt auf 11 Dörfer ausgeweitet. Diese Gärten wurden von Frauen kollektiv bearbeitet und hatten weiterhin Versuchscharacter.

 

(Das Haus von Octavio in La Concista 1990 und 2000)


Es wurden zudem kleine Baumschulen angelegt, um tropische Obstbäume, Setzlinge für Brennholzbäume, Neembäume zur Herstellung eines biologischen Insektizids und Leucaena, die den Boden mit Stickstoff anreichern und deren Blätter als Viehfutter verwendet werden, zu ziehen. Wiederaufforstung wurde zunächst in Gärten, die sich direkt an den Häusern betrieben. Nächste Standorte waren an Flüssen, die lange Zeit im Jahr Wasser führen und dadurch keine Bewässerung notwendig machte. Inzwischen gibt es mehrere Baumschulen, u.a. in La Guayabita.

 

Die Baumschule

In den letzten 3 Monaten waren Goyo und ich hauptsächlich dabei die Baumschule aufzubauen. Dafür mussten wir zunächst mit dem IFA gute Erde aus den Wald holen, den die Erde aus der Guayabita ist nicht für die Baumschule geeignet. Außerdem wird Kuhmist benötigt, der ebenfalls mit dem IFA angeschafft werden muss.

 

                   

 

 

 

Diese zwei Bestandteile werden mit Asche vermischt, gesiebt und in kleine Plastiktüten gefüllt. Das Füllen der Plastiktüten ist die zeitaufwendigste Aufgabe der Baumschule. Im Moment haben wir rund 6000 Tüten gefüllt. Nach dem Füllen werden verschiedene Baumsamen gesetzt. Dazu zählen diverse Baumarten der Region und Fruchtbäume wie Papaya, Mango, Orange, Limone, Guayaba, Marañon und was es sonst noch so für tropische Früchte gibt.

 

                   

 

Leider sind wir dieses Jahr etwas spät dran mit der Baumschule, da der IFA lange Zeit in Reparatur war. Ab Mai fängt die Regenzeit wieder an und ab Juni sollen die Bäume verteilt werden. Damit wird gewährleistet, dass die frisch gepflanzten Bäume genug Wasser bekommen und nicht manuell gegossen werden müssen. Das Hauptproblem der Baumschule ist meistens, dass die Leute zwar gerne Bäume annehmen und auch einpflanzen aber dann nicht gießen.

    

                     

 

 

Wenn es dann zu wenig regnet vertrocknen die Pflanzen und die ganze Arbeit war fast umsonst. Ich sage „fast“, weil ich es doch ziemlich interessant finde, zu beobachten, wie sich aus so einem kleinen Samen, ein Pflänzchen und schließlich ein Bäumchen entwickelt.

 

 
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