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Kontakt von StipendiatInnen und Unterstützer/innen

Während des ganzen Jahres besuchen die MitarbeiterInnen des Vereins, die jeweils im Rahmen des weltwärts-Dienstes die Verantwortung für das Stipendienprojekt übernommen haben, die StipendiatInnen und ihre Familien, sprechen mit ihnen über die schulische und familiäre Situation und organisieren den Austausch von StipendiatInnen und UnterstützerInnen. Sie machen Fotos, erzählen vom Alltag der StipendiatInnen, schreiben gemeinsam mit Ihnen Briefe und schicken alles –da es in der Bibliothek einen PC und inzwischen fast durchgehend eine Stromversorgung gibt- per Mail nach Oldenburg. Auch die deutschen UnterstützerInnen senden ihre Antworten direkt oder vermittelt über den Nicaragua-Verein an den/die Stipendien-BetreuerIn.
Zurzeit wird das Stipendienprojekt von Regina Kalysch aus Rastede betreut. Seit einigen Wochen wird sie dabei von Nora Tormann unterstützt, die hauptsächlich für das Projekt Jugendarbeit verantwortlich ist.

Fotos und ein Stipendiatienbrief an eine Schulklasse

Kooperation zum Thema „Globales Lernen“

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Die  weltwärts-Freiwilligen 2011/12 mit den Mitarbeiterinnen der Bibliothek (von links): Josselyn Guevara und Regina Kalysch (Stipendienprojekt), Andreas Kirchhoff, Emma Ocón und Nora Tormann (Jugendarbeit), André Sacharow (landwirtschaftliche Projekte)

 

Ein Stipendiatenbrief

Maynor Urbina, 129 HLS                               26.07.11
Liebe Klasse 7b,
Ich bin gestern nach San Ramon, eins der abgelegensten Ortsteile hier in San Francisco Libre, gefahren und habe Maynor besucht. Momentan ist der Weg vom Hauptort aus noch gut passierbar, aber wenn es Mitte August in die intensive Phase der Regenzeit kommt, wird es schwer nach San Ramon zu gelangen, da der Weg dorthin sehr schlammig wird.

Als ich bei  Maynors Haus  ankam, war er gerade am Strand spielen. Da es im letzten Jahr in der Regenzeit mehr als ueblich geregnet hat, waren mehrere Ortsteile San Francisco Libres von einer Ueberschwemmung des Managuasees betroffen; so auch San Ramon. Der Managuasee reichte letztes Jahr im September noch bis in den Garten von Maynors Familie und ueberschwemmte den Brunnen. Mittlerweile ist der See durch die Trockenzeit aber wieder zurueckgegangen und grenzt nun an den Garten. Somit hat Maynor einen Strand zum spielen direkt vor seiner Haustuer. Als Maynors Vater ihn herholte, erzaehlte Maynor mir, dass er sehr gerne mit seinen Freunden am Strand spielt und dort am liebsten auf den Baeumen klettert, die durch die Ueberschwemmung zur Haelfte aus dem Wasser herausragen.

Der Managuasee reichte bis in Maynors Garten

Maynor ist mittlerweile elf Jahre alt und in der dritten Klasse. Er erzaehlte mir, dass Mathe und Naturwissenschaften seine Lieblingsfaecher sind. Als ich ihn fragte, was ihm am Matheunterricht am meisten Spass macht, sagte er „summieren, weil es am einfachsten ist“, und lachte.
Um 7 Uhr morgens faengt bei Maynor die Schule an. Die Primaria (aehnlich wie die Grundschule) kann man von seinem Haus aus sehen. Trotzdem muss er um 5 Uhr morgens aufstehen, da er Wasser aus dem Brunnen im Garten holen muss, damit die Familie tagsueber mit Wasser zum waschen versorgt wird. Auch fuer das Trinkwasser ist Maynor zustaendig. Nach der Schule laeuft er mehrere Male einen halben Kilometer zur Trinkwasserstelle, um das Wasser mit einem grossen Kanister zum Haus zu transportieren. Danach ist Maynor meistens ganz schoen erledigt und ruht sich erstmal ein wenig aus.

Hier muss Maynor taeglich Wasser holen



Die Kochstelle der Familie Urbina

Nach dem ausruhen, spielt Maynor am liebsten mit seinen Freunden, Geschwistern oder Cousins. „Zu seinen Hausaufgaben muss ich Maynor immer draengen, sonst wuerde er den ganzen Tag nur spielen“, sagte die Mutter schon ein wenig aergerlich.
Maynors Lieblingsessen ist frittiertes Huehnchen mit Gallo Pinto (uebersetzt: Bunter Hahn, typisch nicaraguanisches Essen aus Reis und Bohnen) und Cuajada (ein sehr intensiver einheimischer Kaese). Den Cuajada macht Maynors Mutter selbst. Die Milch dafuer holt sie von Maynors Grossvater, der vier Kuehe besitzt. Nachdem wir uns von der Familie verabschiedeten, gab sie uns sogar ein wenig von ihrem selbstgemachten, sehr leckeren Cuajada mit und versorgte uns somit gut fuer die anstrengende Rueckfahrt aus San Ramon.

Maynors Schwester Cindy

Maynors Schwester Cindy                                                                             Maynors Neffe vor der Kochstelle



v.l. Maynors Mutter, Maynors Neffe, Maynor, Maynors kleiner Bruder Andy, Josseling (Zustaendige fuer das Stipendiatenprojekt), ich und Maynors kleine Schwester Cindy


Außer dem Austausch von Briefen, Geschenken, Videos u. ä.  finden in Oldenburg in verschiedener Form Treffen und Informationsveranstaltungen mit dem Nicaraguaverein und Stipendien-UnterstützerInnen statt.



Im Februar 2012 informiert Leonie Bojert (hinten links), ehemalige Freiwillige im Stipendienprojekt, die SchülerInnen und Lehrkräfte der Grundschule Haarentor über die aktuelle Situation in San Francisco Libre.

 

Im Juni 2012 informiert Nora Torman, die gerade ihr Jahr als Freiwillige in Nicaragua beendet hat, beim vierteljährlich stattfindenden Treffen mit den Nicaragua-Verantwortlichen aus allen Klassen der Helene Lange Schule: gezeigt werden u. a. Videos von der Übergabe der Weihnachtsgeschenke, die die Klassen für ihre StipendiatInnen mitgegeben hatten.

Bei diesem Treffen stellen sich auch bereits

Lea Bausch  und Lea Sante   vor, zwei Abiturientinnen der HLS, die im Juli ihren weltwärts-Dienst in San Francisco Libre beginnen und dann den Kontakt organisieren werden.

 

Kooperation zum Thema „Globales Lernen“

Im Jahr 2007 hat die Kultusministerkonferenz zusammen mit dem BMZ den „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ herausgegeben, mit dem das Lernen in globalen Zusammenhängen in den Schulen verankert werden soll. Eine der niedersächsischen Pilotschulen zur Entwicklung entsprechender konkreter Unterrichtskonzepte ist die Helene-Lange-Schule.
Die HLS hat das Nicaragua – Stipendienprojekt von Beginn an engagiert unterstützt. Da das Projekt zahlreiche Ansatzpunkte zur Konkretisierung und Veranschaulichung von Lerninhalten des Globalen Lernens in verschiedenen Unterrichtsfächern bietet, hat die Schule den Nicaraguaverein zur Mitarbeit an der Konzeptentwicklung eingeladen. Auch mit der Graf-Anton-Günther-Schule als 2. Oldenburger „Pilotschule“ haben erste Gespräche über eine Zusammenarbeit beim Globalen Lernen stattgefunden.
Stipendienprojekt und „Globales Lernen“ - weiterlesen
Die Bedeutung des Stipendienprojekts lässt sich nicht allein durch die Anzahl vergebener Stipendien und deren Auswirkung auf die Situation in Nicaragua beschreiben.
Was das Projekt in Oldenburger Schulen erfolgreich macht, ist auch seine Bedeutung für die pädagogische Arbeit hier.
Von Beginn an haben Lehrkräfte mit der Unterstützung des Stipendienprojektes in der Schule auch ein pädagogisches Ziel, die Erziehung zur sozialen Verantwortung, verbunden. Die Übernahme eines Stipendiums bietet die Möglichkeit, durch die Verpflichtung zu einer mehrjährigen kontinuierlichen Unterstützung und durch den direkten Kontakt mit einer konkreten Person Verantwortung als langfristige, dauerhafte Aufgabe zu begreifen, die über eine spontane Hilfsbereitschaft in Notsituationen hinaus geht und für die Beteiligten durchaus auch sehr mühsam werden kann.
Gleichzeitig bietet das Projekt zahlreiche Ansatzpunkte für die Konkretisierung und Veranschaulichung von Inhalten verschiedener Unterrichtsfächer und kann so das Lernen und Denken in globalen Zusammenhängen unterstützen. Vom Sachunterricht der Grundschule zum Thema „Leben in anderen Ländern“ an über geschichtliche, politische und geografische Themen wie Kolonialismus, Entwicklungsländer, tropischer Regenwald, Naturkatastrophen und verschiedene Bereiche im Fach Werte und Normen/Religion lassen sich Unterrichtsinhalte in eine Verbindung zur konkreten Lebenssituation in Nicaragua stellen oder sich sogar ein direkter inhaltlicher Austausch dazu herstellen.
Im Rahmen einer Kooperation zum Globalen Lernen mit San Francisco Libre wäre beispielsweise eine Zusammenarbeit am Themenbereich Klimawandel möglich, die die örtlichen Probleme der Abholzung und Müllverbrennung ebenso einbezieht wie die beeindruckende Artenvielfalt im dortigen Umweltzentrum La Guayabita und beides in eine Beziehung zur globalen Entwicklung stellt.
Viele weitere pädagogische und didaktische Überlegungen zum Thema, die schon seit langem beispielsweise im Projekt „Eine Welt in der Schule“ an der Uni Bremen entwickelt und zusammen getragen wurden, haben inzwischen auch auf höherer Ebene eine offizielle Bestätigung und Systematisierung erfahren. Im Juni 2007 wurde als Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der „Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ veröffentlicht. Der Orientierungsrahmen enthält Aussagen zu Kompetenzen, Themen und Leistungsanforderungen für den Lernbereich „Globale Entwicklung“ in der Grundschule, der Sekundarstufe I und der beruflichen Bildung und versteht sich als Plattform für eine Ausdehnung auf die Sekundarstufe II.  Die fachdidaktischen Zugänge werden für den Sachunterricht und Religion in der Grundschule sowie für die Naturwissenschaften, Geographie, politische, ökonomische und berufliche Bildung sowie Religion/Ethik in der Sekundarstufe I dargestellt. Die Veröffentlichung soll konkrete Hilfen und Anregungen für Kolleginnen und Kollegen, für Schulprogramme, für die Lehrplangestaltung und auch für Nichtregierungsorganisationen, die sich an der schulischen Bildung beteiligen wollen, bieten.
Der Orientierungsrahmen kann von der Webseite des Bremer Projektes unter folgender Adresse herunter geladen werden: www.weltinderschule.uni-bremen.de
„Unter dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung zielt die Bildung im Lernbereich Globale Entwicklung insbesondere auf grundlegende Kompetenzen für  … eine Mitverantwortung im globalen Rahmen.“
In diesem Zusammenhang kann auch das schulische Engagement für das Stipendienprojekt des Nicaragua-Vereins gesehen werden. Zur Information über das Projekt können Sie beim Verein Informations-flyer und den (etwas älteren) Film „Heysel kann lesen“ erhalten. Eine umfangreiche Materialkiste zum Thema „Nicaragua“ als Hilfe zur Unterrichtsgestaltung kann kostenlos beim Projekt „Eine Welt in der Schule“ unter folgender Adresse ausgeliehen werden: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

 

 
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